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Konfliktbewältigungsstrategien für jugendliche Flüchtlinge
und junge Berliner – interkulturelle Workshops
Was?

Wir bieten eine Reihe von Workshops für Jugendliche an, die sich rund um die Themen Konflikt, Streit, Gewalt drehen und die Frage, wie gehen wir mit all dem um?
Wie haben wir das bisher gemacht, was hat gut funktioniert und was weniger? Wo geraten wir in Schwierigkeiten und warum eigentlich? Wie können wir uns  besser wehren oder schützen? Was sind die Tricks, wie können wir Gewalt vermeiden und gleichzeitig Stärke beweisen? Und was machen wir, wenn wir Zeuge werden, wenn unsere Freunde oder Fremde betroffen sind?
In vier Workshops wird geübt, ausprobiert, miteinander gespielt, gestritten und gelacht. Wo sind die eigenen Stärken, was bringe ich mit und wie kann ich es noch besser einsetzen? Wo sind wir gemeinsam stark und was verbindet uns?
Am Ende winkt ein Zertifikat und ein toller Haufen ganz unterschiedlicher Leute, die über die Zeit zusammen gewachsen sind.

Warum?

Tausende unbegleitete junge Geflüchtete, ca. 90% Jungens, sind seit Herbst 2015 in Berlin angekom­men. Sie lebten ein Jahr lang in Notunterkünften für „unbegleitete minder­jährige Flüchtlinge/ Auslän­der/innen“ oder nach „Altersfeststellung“ in den Großunterkünften der Erwachsenen – mit verschiedensten Volks- und Sprachgruppen, quer durch alle Altersgruppen, mit Menschen völlig unterschiedlicher kultureller Prägung und Bedürfnisse.
Die jugendlichen Geflüchteten haben in ihren Unterkünften, meist auch noch in den betreuten Jugend-WGs, keinerlei soziale Anbin­dung an unsere Gesellschaft. Sie warten seit ihrer Ankunft auf die nächsten Schritte: zuerst auf einen Schul­platz, auf eine geregelte Wohnsituation, dann auf die Anerkennung als Flüchtling, auf eine Ausbildungsstelle, Aufenthaltsrecht – Warten auf Gewissheit. Konflikte sind vorprogrammiert und geschehen täglich, im Wohnumfeld, in der Schule, auf der Straße.
Aus persönlichen Kontakten beim ehrenamtlichen Deutschunterricht entstand die Idee, Jugendliche und junge Volljährige zu Konfliktmittler/innen (in Anleh­nung an die Schul- oder Gemeinwesenmediation) auszu­bilden.

Wer?

Wir beschränken uns für das Pilotprojekt auf 2/3 männ­liche jugendliche Geflüchtete zwischen 15 und 19 Jahren mit den Mutter­sprachen Arabisch und Dari/ Farsi, also die Herkunfts­länder Syrien/ arabische Länder sowie Afghanistan/ Iran. Ein dritter Teil der Gruppe wird aus Ber­liner Jugendlichen bestehen, so dass alle Beteiligen mit einer verfeinerten inter­kulturellen Sensibilität in ihre Freundeskreise und ggf. Familien hinein wirken.
Integration und Zusammenwachsen sowohl der jungen Geflüchteten als auch der ebenfalls heterogenen Gruppe von Berliner Jugendlichen gelingt nur aus allen Richtungen und durch persönliche Kontakte, besser noch: Freundschaften.

Wie?

Die Trainings sind darauf ausgerichtet, die Vermittlung von Sozialkompetenzen und freiheitlichen Werthaltungen mit mediativ-kommunikativen Fähigkeiten und kultu­rellem Lernen zu verbinden.
Das Projekt arbeitet mit einem Fächer an partizipativen, spielerischen Methoden und baut auf den vorhandenen Konfliktlösungs­kompetenzen und Konflikterfah­rungen der Jugendlichen auf.

Ziele:

Gewaltprävention und interkulturelle Empathie in Wohn­umfeld, Schule, Nachbarschaft:
Ziel der Maßnahme ist ein Training für junge Geflüchtete und Berliner Jugendliche zu Multiplikator/innen im Bereich Konflikt- und Kulturvermittlung in Anlehnung an den Konfliktlösungsprozess der Mediation.

Zusammenwachsen der jungen Geflüchteten und der Ber­liner Jugendlichen, Stärkung der Persönlichkeiten, Vermittlung frei­heitlich-demokratischer Werte:
Parallel zum Erlernen und zur Einübung kommunikativ-mediativer Kompe­ten­zen werden in den Workshops empa­thi­sche und wertschätzende Haltungen und Sicht­weisen vermittelt. Die Jugendlichen sollen dabei unterstützt werden, sich ihrer Kompetenzen im sozialen Miteinander bewusst zu werden, sie zu erweitern und darüber auch ihren Platz in unserer Gesellschaft zu finden.

Ablauf:

a) Schulung von ehrenamtlichen Sprach- und Kulturmittler/innen – Mai-Juli 2017
Zur Überwindung sprachlicher und ggf. kultureller Barrieren begleiten ehrenamtlich engagierten Sprachmittler/innen die Jugendlichen während der HeldenAkademie. Erstere werden vorab hinsichtlich ihrer speziellen Rolle sowie bezüglich der Inhalte der Workshops geschult. Sie wirken über die Dauer des Projekts hinaus als Multipli­kator/innen.

b) Training der Jugendlichen die HeldenAkademie – Juli-Dezember 2017
Aufbauend auf den vorhandenen Konfliktlösungskompetenzen und Konflikterfah­rungen der Jugendlichen werden Elemente der klassischen Mediationsausbildung, des interkulturellen und des sozialen Lernens eingeübt und reflektiert. Die Trai­nings­inhalte befähigen die Jugendlichen nicht nur zur Vermittlung in Konflikten anderer, sondern stärken nachhaltig auch ihre eigene Konfliktlösungsfähigkeiten und Bewältigungsstrategien.
Vorgesehen sind vier Module, die entweder jeweils an einem Wochenende, oder im Block unterrichtet werden:

  • «Konflikte in der Migrationsgesellschaft»
  • «Interkulturelle Werte – Alle gleich? Alle anders?»
  • «Gesprächstechniken für Konflikte – Wie komme ich aus einem Streit wieder raus?»
  • «Konfliktvermittlung und kreative Lösungsfindung – Wie helfe ich anderen aus einem Streit heraus?»

c) Evaluation, Qualitätssicherung und Nachbetreuung
Ein Rahmen aus Intervision, Supervision, Evaluation, Notfallbegleitung und Nachbereitung sichert die Qualität und Nachhaltigkeit des Projekts ab.

Zeitschiene:

Die Projektlaufzeit beträgt ca. 9 Monate, Start: März 2017.
Sprachmittler/innentraining  Mai – Anfang Juli 2017, abgeschlossen.
Workshops für Jugendliche  Mitte Juli – Dezember 2017:
Erster Durchlauf, Modul 1 und 2, abgeschlossen im Rahmen der Schulprojektwoche an der GKS im Juli 2017.
Zweiter Durchlauf, Modul 1 und 2, im Rahmen der Schulprojektwoche an der CvO im Oktober 2017.
Abschluss beider Gruppen, Modul 3 und 4, im November/ Dezember 2017.

Download Zeitplan

Förderung:

Das Projekt wurde im November 2016 mit dem zweiten Mediationspreis des BMeV ausgezeichnet.
Das Projekt wird seit März 2017 gefördert durch die Bundeszentrale für Politische Bildung.

Kontakt:  HeldenAkademie
heldenakademie@mediationszentrum-berlin.de
info@heldenakademie.org
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