Keep it fresh – Übersicht

07.11.2019
“Was treibt Sie an?” Was ist Ihnen wichtig?”
Das Enneagramm in der Mediation

Referentin: Gaby Schramm, Institut Schramm, Nordheim

Kernziel einer Mediation ist es, die hinter den Positionen der Medianten liegenden Interessen sichtbar zu machen. Kann der Mediator die Streitenden dazu anleiten, so können diese ihren Konflikt lösen. Dazu muss der Mediator zweierlei beherrschen: erstens benötigt er ein Gespür für die Persönlichkeit der Medianten, denn ihre Interessen müssen erkannt werden. Zweitens braucht er ein Gespür  für sich selbst, denn er darf weder sich noch den Konfliktbeteiligten bei diesem Unterfangen im Wege stehen.

Das Enneagramm, als Strukturmodell der menschlichen Psyche, kann dem Mediator dabei wertvolle Dienste leisten. Es zeigt die Charakterseiten von Konflikten und Konfliktpersönlichkeiten. Das Enneagramm enthält Wissen um die Bedürfnisse des Medianten (und des Mediators) und erlaubt, die Umwelt so zu gestalten, um diese Bedürfnisse bestmöglich zu berücksichtigen. Das Enneagramm beschreibt Mechanismen für den Umgang mit Krisensituationen bei jedem der neun Grundtypen, sog. Abwehrmechanismen, und bietet daher Erklärungsansätze für bestimmte Reaktionen auf der Verhaltensebene. Damit hilft es Überraschungen zu vermeiden oder zumindest zu entschärfen und erlaubt zum Teil sogar Vorhersagen für Verhalten, gerade in Situationen von großer innerer Spannung. Enneagramm und Mediator stellen im Kern die gleichen Fragen: “Was treibt Sie an?” und “Was ist Ihnen wichtig?”.

Die Besonderheit des Enneagramm ist aber, dass all die Aspekte in einem geschlossenen, konsistenten System zusammenhängen und mit einer inneren Logik verbunden sind, die freilich nicht in wenigen Worten darstellbar ist. Wäre es so einfach, wäre das Modell zu simpel und damit nicht in der Lage, komplexe Zusammenhänge zu erklären.

Im Rahmen des Keep it freshs wird sowohl auf den Mehrwert des Modells für die Interessen- und Bedürfnisklärung eingegangen und an konkreten Beispielen methodisch umgesetzt, als auch der potentielle Einfluss der eigenen Struktur des Mediators auf den Mediations-prozess besprochen.

Dabei wird fachlicher Input und Üben miteinander verbunden. Mediatoren (W/M/D), die einerseits ihren Methodenkoffer und ihre Kompetenz  in der Interessen- und Bedürfnisklärung erweitern möchten sowie Lust haben sich selbst, d.h. die eigene Haltung und Wirkung im Mediationsprozess zu reflektieren, werden dabei sicher ihre Interessen befriedigt sehen.

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17.09.2019
Transformative Mediation – Direktiv in Konflikten intervenieren.

Referent: Christian Hartwig, Magedeburg

Der der Ansatz der “Transformativen Mediation” bietet eine Höchstmaß an Selbstbestimmung in der Kommunikation. Er stellt die den Menschen (Konfliktpartei) in den Mittelpunkt. D. h. die Konfliktparteien gestalten den Prozess der Mediation weitgehend selbstständig, der Mediator interveniert, wenn z. B. eine Reflexion bei einer der Konfliktparteien notwendig ist oder wenn eine Zusammenfassung für den Fortgang des Prozesses hilfreich sein kann.

Der Abend ist dazu gedacht, Interesse an der Transformativen Konfliktintervention, mit deren Grundlagen und der praktischen Anwendung des Modells zu wecken. Mit Präsentationen, Diskussionen, Demonstrationen und Übungen werden den Teilnehmern die Grundlagen und Prinzipien der transformativen Interventionspraxis erörtert und weitergehende Erkenntnisse für den persönlichen Anwendungsbereich vermittelt. Dabei werden die Ziele und Wirkungsweise des Transformativen Ansatzes zur Konfliktintervention beleuchtet.

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04.07.2019
Systemtheorie im Praxistest – Systemisches für die Mediation

Referent: Dr. Stephan Müller, Berlin

„Systemisch ist, was funktioniert.“ (F. Simon)

Systemisch zu arbeitenist angesagt, immer öfter taucht der Begriff auf – natürlich auch in der Mediation. Aber was ist damit gemeint? Der hohe Abstraktionsgrad der Systemtheorie, als auch ständig neue Inputs und Bedeutungsebenen tragen zur allgemeinen Verwirrung bei Klienten und Mediator_innen bei. Gibt es eine systematische Mediation, oder ist Mediation per se eine systemische Methode, um Konflikte zu bearbeiten?
Dieser Abend soll dazu dienen, die Systemtheorie in groben Zügen vorzustellen und ihren praktischen Nutzen für Mediator_innen zu untersuchen. Systemische Methoden, Interventionen und Begrifflichkeiten sollen beispielhaft besprochen und ausprobiert werden. Welche Fallen gibt es für Mediator_innen und wo liegen die Grenzen des Mediationskonzeptes?

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04.04.2019
TRANSAKTIONSANLYSE (TA) IN DER MEDIATION – Wie kann das Kommunikationsmodell der Transaktionsanalyse (TA) in der Mediation genutzt werden
Referent: Günter Hartmann, hartmanncoaching, Berlin

Die Transaktionsanalyse (TA) von Eric Berne geht in Ihrem Grundmodell von drei Persönlichkeitsebenen aus, aus denen heraus jeder Mensch agiert/reagiert also kommuniziert.
Das Kind-Ich, das Eltern-Ich und das Erwachsenen-Ich, diese Ich-Zustände entwickeln wir bereits in der Kindheit, sie sind bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt.
In der Kommunikation mit anderen, wechseln wir zwischen diesen Ich-Zuständen situationsabhängig hin und her.
Das macht Kommunikation nicht gerade einfach und ist häufig mit eine Ursache für Konflikte und Missverständnisse.
Dies gilt für alle Kommunikationsverhältnisse.
Nach einer kurzen Einführung in die Transaktionsanalyse werden wir uns u. a. folgenden Fragen widmen:
Was bringt uns dieses Kommunikationsmodell in der Mediation?
Woran erkennen wir, aus welchem Ich-Zustand die Medianden gerade agieren/reagieren?
Wie können wir eine ungleiche Kommunikationssituation auf gleiche Augenhöhe bringen?
Wie können wir Mediator_innen ein switchen zwischen den Ich-Zuständen bei den Medianden ”unterbinden”?

In 2018 fand kein Keep it fresh statt.

03.08.2017
GRUNDLAGEN DER FAMILIENAUFSTELLUNG – Wie können Aufstellungen in der Mediation genutzt werden?
Referentin: Sabine Zoll-Fröhlich

Aufstellungen ermöglichen einen völlig neuen Blick auf Familie oder das berufliches Umfeld.
Dadurch kann erkannt werden, wie die Konstellationen und Verbindungen auf das eigene alltägliche Leben wirken.
Anliegen und Fragestellungen können z.B. sein:
* Bin ich an meinem Platz in der Familie?
* Stehe ich im Beruf an meinem Platz?
* Was macht mir das Zusammenleben so schwierig?
Durch lösungsorientiertes Aufstellen und Vorgehen ergibt sich ein neues, authentisches Bild der Familie und des eigenen Lebens. Heilung, Wachstum und ein neues liebevolles Miteinander sind möglich.
Eine Aufstellung kann in der Mediation die Suche nach einer einvernehmlichen Lösung des Konflikts befördern.
An diesem Abend sollen sowohl die Anwendung als auch die Grenznen der Aufstellung in der Mediation erarbeitet werden.

15.06.2017
Visualisierung und Mediation – Anwendungsbeispiele, Chancen und Möglichkeiten
Referentin:Katja Reetz

Bilder verfügen über ein hohes Maß an Anschaulichkeit und Verständlichkeit, sie ermöglichen einen spielerischen Zugang zu komplexen Sachverhalten und verborgenen Gefühlen und Bedürfnissen. Daher spielen im Alltag von MediatorInnen Visualisierungen oftmals eine wichtige Rolle.
Wie kann ich als MediatorIn neben den Sprachbildern das Mediationsverfahren auch durch zeichnerische Visualisierungen bewusst und gekonnt unterstützen? Mit einfachen Tricks und Tipps lernt Ihr eure Flipcharts vom sicheren Rahmen über die Themensammlung hin zu der Zielvereinbarung ansprechend, zugänglich und verständlich für eure Klienten zu gestalten. Dabei werden wir auch auf die besondere Herausforderungen zu sprechen kommen, die gerade in der Verknüpfung von Mediation und Visualisierung liegen.

03.05.2016
”Zertifizierte Mediatorin” und “Zertifizierter Mediator” – was bedeutet das für unsere Mediationspraxis?
Referent: Michael Hirschfeld

Vor fast fünf Jahren, im Juli 2012, ist das Mediationsgesetz verabschiedet worden. Immerhin nur gut vier Jahre hat es gedauert, bis das Justizministerium  seinem Auftrag aus diesem Gesetz nachgekommen ist und Regelungen über den ”Zertifizierten Mediator” – eine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung – erlassen hat.
Diese Regelungen werden am 1. September 2017 in Kraft treten. Nach wie vor wird jeder sich ”Mediator” nennen dürfen; wer aber die geschützte Bezeichnung verwenden will, muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen.
In diesem Keep-it fresh sollen die Regelungen dargestellt und Fragen der Teilnehmer und Teilnehmerinnen zum Berufsrecht der Mediatoren und Mediatorinnen beantwortet werden.

Der Link zum Thema: Zertifizierte-Mediatoren-Ausbildungsverordnung –  ZMediatAusbV

02.02.2016
Mind Maps als Visualisierungsmittel in der Mediation
Referent: Günter Hartmann

Mind Maps gelten gemeinhin als gute Hilfe bei strategischen und planerischen Entscheidungen.
Sie können auch im privaten Bereich gut zur Planung von Feiern, Reisen etc. genutzt werden.
Aber nutzen sie auch was in der Mediation?
Mind Maps können beliebig ergänzt werden, sie können also auch einen Prozess abbilden.
Prozesse und Mediationen laufen nicht immer geradlinig ab, dann wird es oft schwierig die listenartig zusammengestellten Konfliktpunkte, Lösungsansätze etc. optisch zu verbinden. Dies scheiint durch Mind Maps leichter machbar zu sein.

01.12.2016
Allparteilichkeit und Diskriminierung – Ein Konflikt für MediatorInnen?
Referentinnen: Juliane Westphal und Dominique Pannke

Zunehmend werden Mediator*innen aktiv im Kontext der Aufnahme von Geflüchteten, z.B. im Dialog mit Anwohner*innen rund um Gemeinschaftsunterkünfte, in der Begleitung von Unterstützergruppen und in der Konfliktbearbeitung in Unterkünften.
Dabei sind wir immer wieder mit Diskriminierung, Generalisierungen und Vorurteilen konfrontiert.
Gerade bei Anwohner*innendialogen  werden diese Meinungen häufig mit starker Emotion und Aggression vorgetragen.Können wir in diesem Kontext mit der Gewaltfreien Kommunikation nach Rosenberg  arbeiten? Wie schaffen wir es, achtsam und ruhig zu bleiben und das Anliegen hinter den Vorwürfen oder der Klage zu hören? Wie können wir intervenieren ohne unsere Allparteilichkeit zu verlieren?  Können wir alle Beteiligten unterstützen ohne unsere Haltung zu verleugnen?
Und wo braucht es Grenzen?

20.10.2016  
„Feldenkrais® – Unterstützung für den Mediationsprozess?„
Referentin: Ulrike Fruhtrunk, Feldenkrais®-Lehrerin

Die Methode Feldenkrais® unterläuft auf subtile Weise unsere herkömmlichen und gewohnheitsmäßig ausgeführten Haltungs- und Verhaltensweisen.
Über klein, bewusst und sanft ausgeführte Bewegungen können wir, oft verblüffend schnell, neue Bewegungsqualitäten entdecken, die es leicht(er) ermöglichen,  auch in scheinbar „festgefahrenen“ Situationen in andere Richtungen zu gehen und diese spontan zu nutzen.
Durch diese Herangehensweise kann Feldenkrais® nicht nur unser eigener, innerer „Mediator“, sondern auch kluges Stressmanagement für Medianten und Mediatoren sein.
Insbesondere wollen wir jedoch klären, ob die Methode Feldenkrais® die Arbeit von Mediatoren im Mediationsprozess, aktiv unterstützen kann.

22.09.2016
“Geschichten berühren unser Herz –
Storytelling als narrative Intervention in der Mediation”
Referentin: Dr. Hanna Milling, Mediatorin BM©, Ausbilderin BM© 

„Geschichten helfen Kindern einzuschlafen und Erwachsenen aufzuwachen“.Geschichten berühren. Geschichten provozieren. Geschichten bewegen. Geschichten sind in Sprache gegossene Bilder. Sie erreichen Herz und Verstand und können so auf ganz besondere Weise tiefe Erkenntnisse und wirkliche Haltungs- und Verhaltensänderungen einleiten.
Dieser Abend führt Sie in die Kunst des Geschichtenerzählens als wirkungsvolle Methode in der Mediation ein.
Aus unterschiedlichen Perspektiven (psychologisch, neurobiologisch, kulturhistorisch…) wird beleuchtet, wie eine geeignete Geschichte im richtigen Moment ihre Wirkung entfalten und welche Funktionen sie in Konfliktmanagement und Mediation einnehmen kann.

13.07.2016
“Supervision, kollegiale Beratung, Intervision und Coaching – brauche ich das für meine Arbeit als Mediator*in?”
Referentin: Signe Stein

Mediator*innen und Beratende werden in ihrer Arbeit immer wieder mit schwierigen und / oder belastenden Situationen konfrontiert. Als professionell Tätige müssen sie dafür Sorge tragen handlungsfähig zu bleiben. Supervision, kollegiale Beratung, kollegiale Supervision, Intervision und Coaching sind professionelle Instrumente, um die Qualität der eigenen beruflichen Tätigkeit sicherzustellen.
Wo sind die Unterschiede der einzelnen Verfahren und wann ist welche Methode geeignet?
Wer sollte die Verfahren nutzen?
Ist es sinnvoll, als Einzelperson oder besser als Gruppe das eigene Handeln zu reflektieren?

 

28.4.2016
Achtung Empathie – Wieviel hilft Mitgefühl in der Mediation?
Referent: Günter Hartmann

Als MediatorInnen wissen wir: Ohne Empathie gelingt uns keine Verbindung zu den Konfliktparteien, wir bemühen uns daher eine empathische Beziehung herzustellen.
Mal gelingt uns das gut, mal weniger gut.
Wie gelingt es uns, eine empathische Beziehung herzustellen?
Warum gelingt es uns teilweise nur schwer eine empathische Beziehung herzustellen?
Welche Voraussetzungen brauchen wir um eine empathische Beziehung aufbauen zu können?
Was können wir dazu tun?
Ist Empathie trainierter?
Wie kann ich feststellen, ob ich empathiefähig bin?
Wie können wir Mitleid von Mitgefühl unterscheiden?
Was bewirkt Empathie für andere bei uns?
Hat Empathie Nebenwirkungen?

 

10.03.2016
Systemisches Konsensieren – Konflikte in Gruppen einfacher lösen 
Referent: Markus Castro

Das „Systemische Konsensieren” ist:
-ein demokratischeres Verfahren als einen Mehrheitsentscheid zu suchen, um Entscheidungen zu treffen
-weniger Zeit in sinnlose Diskussionen investieren zu müssen
-gezielt wertvolle Ressourcen dort einzusetzen, wo die Gruppe den größten Nutzen erwartet
-die tragfähigsten Lösungen für anstehende Aufgaben suchen.
Der Vorteil von diesem Verfahren ist, dass es sowohl konfliktlösend wirken kann als auch von vornherein Konflikten vorbeugt indem es eine Balance zwischen den Ressourcen der Gruppe und den Anliegen jedes einzelnen anstrebt. Dadurch entsteht eine konstruktive Stimmung, die die Entscheidungsfindung erleichtert und nachhaltig ermöglicht.

28.01.2016
Biografische Aspekte in der Mediation 
Referent: Annette Kurz

Die menschliche Biografie unterliegt Gesetzmäßigkeiten, die Aufschluss geben über die Herausforderungen, vor die wir alle in den unterschiedlichen Lebensphasen gestellt sind. Werden die eigenen Entwicklungsaufgaben nicht erkannt bzw. ergriffen, geraten wir in Konflikte, die uns darauf aufmerksam machen, was wir neu zu lernen haben.

In der Mediation und im Konflikteinzelcoaching sind biografische Kenntnisse und Fähigkeiten eine wertvolle Möglichkeit, den Klienten über eine Lösungsfindung hinaus Sinn und Chance ihrer Konfliktsituation auf tiefer Ebene zu vermitteln.