vergangene Termine

Donnerstag, 30.10.2025
Kinder und junge Menschen in der Mediation
Referentin: Swetlana von Bismarck

Kinder sind von Konflikten in der Familie, vor allem bei Trennung und Scheidung unmittelbar betroffen. Wenn Eltern ihren Konflikt in der Mediation lösen wollen, neue Verabredungen für die Trennung und die Zeit nach der Scheidung treffen wollen, inwieweit müssen oder wollen wir die Kinder in die Mediation integrieren? Was belastet sie, was würde sie entlasten? Wie können wir sicherstellen, dass sie gehört werden und wirksam sein können, sie aber gleichzeitig schützen vor Konflikten, die nur die Eltern betreffen und vor zu großer Verantwortungsübernahme? An welcher Stelle können wir sie mit in die Mediation nehmen, bei welchem Alter und in welchem Format?

Die Referentin wird nach einem Impulsvortrag und einem kleinen Rollenspiel gerne über ihre Erfahrungen sprechen und mit den Kolleg*innen im Mediationszentrum diskutieren. 

Zur Referentin: Swetlana von Bismarck www.familienkokon.de

Montag, 07.07.2025
Sag mir, wofür du dich schämst und ich sag dir, woher du kommst –
Sensibler Umgang im (interkulturellen) Beratungs- und Mediationskontext

Referentin: Sosan Azad

Scham ist ein universelles Gefühl – doch wie wir sie erleben und ausdrücken, ist stark von unserer kulturellen Prägung abhängig und kann Beratungs- und Mediationsprozesse maßgeblich beeinflussen. Besonders in interkulturellen Settings begegnen wir ganz unterschiedlichen Schamgrenzen und Ausdrucksformen, die leicht zu Missverständnissen und Blockaden führen können.

Eng mit Scham verbunden, sind auch Schuldgefühle. Sie unterscheiden sich jedoch in ihrer Wirkung: Während Scham das Selbstwertgefühl betrifft („Ich bin schlecht“), bezieht sich Schuld auf das eigene Verhalten („Ich habe etwas falsch gemacht“). Ein konstruktiver Umgang mit Schuld kann zur Übernahme von Verantwortung und zur aktiven Konfliktlösung beitragen. Im interkulturellen Kontext ist es wichtig, auch die kulturellen Unterschiede in der Wahrnehmung und dem Umgang mit Schuld zu berücksichtigen.

In diesem Workshop beleuchten wir die Rolle von Scham in Mediation und Supervision anhand von Fallbeispielen aus meiner Praxis, erfahren, wie sie Kommunikation und Lösungsfindung beeinflusst und lernen Techniken kennen, um sensibel und wertschätzend mit Scham umzugehen. Besonderes Augenmerk legen wir auf interkulturelle Unterschiede und darauf, wie wir einen sicheren Rahmen schaffen, in dem Offenheit und Verständigung möglich werden.

Zur Referentin: Sosan Azad 
streitentknoten

Montag, 16.06.2025
Mediation in Criminal Cases“
(Täter Opfer Mediation)

Referent: Pascal Comvalius

Mediation in criminal cases? This field requires special sensitivity alongside special skills in its application. We will discuss the healing and cathartic function that mediation can add to criminal proceedings. We will explore the process of mediation in criminal cases, case studys, lessons learned and how it can be applied in other jurisdictions – especially similar programms according to the model being used in the Netherlands.

Zum Referenten: Pascal Comvalius
IMI-Certified Mediator, Certified Hostage /Crisis Negotiator, suicide prevention gatekeeper,
author of the book “Mediation in criminal cases”.

Wochenende 15./16.03.2025
Weiterbildung:
„Stellvertretermediation
Referentin: Isabel Kresse

Inhalt und Info siehe weiter unten am 24.10.2024

Montag, 17.02.2025
Psychodrama und Mediation
Referentin: Kerstin Kastenholz

In diesem „keep it freh“ geht es um eine kleine Einführung des Psychodramas. Die TN haben die Möglichkeit sich zu bewegen, sich zu begegnen, in die Ursprünge des Psychodramas einzutauchen und zu reflektieren, wie Psychodrama in der Mediation Einsatz finden kann.

Psychodrama bedeutet wörtlich die handelnde Darstellung des inneren Erlebens. Nach Levy Moreno, kann „die Wahrheit der Seele durch Handeln ergründet werden“. Innere Wahrheiten werden auf einer Bühne in Szene gesetzt. Das szenische Handeln hilft, das Leben authentischer und gesünder zu gestalten.

Diese Methode kann Menschen dabei behilflich sein, Themen der Vergangenheit aufzuarbeiten und kreative Lösungsansätze für Gegenwart und Zukunft zu erarbeiten. Psychodrama dient weiterhin den eigenen Selbstheilungskräften. Neue Spielräume werden eröffnet; und die eigene aktive Rolle wird gestärkt.

Methoden des Psychodramas werden weiterhin erfolgreich in der Bildungsarbeit, wie auch in Beratungsberufen oder in der Mediation eingesetzt. Kerstin Kastenholz gibt uns einen kleinen Einblick, wie dies gelingen kann.

Zur Referentin: Kerstin Kastenholz
Mediatorin, Psychodramaleiterin, Diplom Geographin, Supervisorin i.A.
kastenholz@megem.euwww.megem.eu

Wochenende 15./16.03.2025
Mit Diskriminierungsvorwürfen in der Mediation umgehen
Referent: Michael Cramer

„Das sagts du doch nur, weil ich … bin“ So oder ähnlich werden Diskriminierungsvorwürfe in der Mediation geäußert. Die Reaktion der „Beschuldigten“ darauf ist häufig empörtes abstreiten, abwiegeln, Gegenangriffe, in denen man sich solche Unterstellungen verbittet oder andere Strategien, mit denen die Position der Sprecher:in delegitimiert werden, etwa in der man ihr Überempfindlichkeit unterstellt.
Im Ergebnis findet oft kein echter Austausch mehr statt, also das Gegenteil dessen, was Mediation bewirken soll.

In diesem Keep-it-fresh schauen wir auf zwei miteinander verbundenen Auswegen aus dieser Sprachlosigkeit.
Zum einen wird es um eine Präzisierung des Gebots der Neutralität von Mediator:innen in Bezug auf die Inhalte der Mediation gehen. Dies erscheint mir notwendig, um die Balance zwischen der notwendigen Offenheit und dem gebotenen Schutz aller herzustellen.
Zum anderen auf das von Bernd Fechler entwickelte Modell „Diskriminierungsmatrix“, mit dem Sprechräume eröffnet werden können.

Zum Referenten: Michael Cramer
https://www.klaeren-und-loesen.de/ueber-uns/team/michael-cramer

Donnerstag 24.10.2024
Einführung in die
„Stellvertretermediation
Mediation mit einer einzelnen Konfliktpartei

Referentin: Isabel Kresse

Was tun Sie, wenn eine Konfliktpartei eine Mediation möchte, die andere Partei sich dem, aber verweigert? Wie gehen Sie damit um, wenn in der Beratung oder im Coaching eine Person sitzt, die von einem unbewältigten Konflikt belastet ist?
Stellvertreter Mediation dient der Klärung und Lösung von unbewältigten Konflikten. Sie kann bei Scheidung und Trennung sowie in Mobbingsituationen, Eltern-Kind-Konflikten, bei Tod oder Krankheit oder in Beratungssituationen eingesetzt werden.
An diesem Abend erhalten Sie als Mediator:in Einblicke in die Mediation mit einer Konfliktpartei, die Stellvertreter Mediation.

Inhalte im Überblick
– Einführung in die Stellvertreter Mediation
– Präsentation eines Praxisbeispiels

Wie funktioniert Stellvertreter Mediation?
Das Setting besteht aus 2 Mediator:innen und der Konfliktpartei.
Im Mediationsteam ist eine Mediator:in verantwortlich für den Rahmen und die Struktur die/der andere übernimmt die Rolle der nicht anwesenden Konfliktpartei und kommuniziert gleichzeitig in mediativer Haltung.
Die zweite Aufgabe ist ein echter Spagat: Es gilt, dass der/die stellvertretende Mediator:in trotz aufkommender Gefühle der Konfliktpartei wie Ärger, Scham, Wut, Trauer usw., der Herausforderung gerecht wird und gleichzeitig in der Rolle mediativ und empathisch bleibt.
Die anwesende Konfliktpartei kann so mehr Verständnis für ihre Rolle und ihr Verhalten in ihrer Situation entwickeln und eine neue Sichtweise auf den Konflikt gewinnen. Auf dieser Basis kann sie dann mit dem/der Rahmen gebenden Part des Mediationsteams neue Handlungsstrategien und nächste Schritte entwickeln.

Der Grundgedanke der Stellvertreter Mediation ist, dass Bewegung in das Gesamtsystem kommt und auch die nicht anwesende Konfliktpartei davon berührt wird. In der Praxis haben sich einige Überraschungen gezeigt.

Zur Referentin: Isabel Kresse
https://isabelkresse.de/ueber-mich